Was macht eigentlich die Hebamme?

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Sie setzt sich für Ihre Frauengesundheit ein.
In der Hebammenarbeit hat die Gesunderhaltung der Frau die oberste Priorität.

Frauen und Mädchen sind in der heutigen Zeit vielen Einflüssen wie gesellschaftlichen Erwartungen, (hormoneller) Medikalisierung, Stress in Beruf und nahem Umfeld, Medien oder Ernährungstrends ausgesetzt.
Die Hebamme kann zum Erhalt und der Stärkung der weiblichen Ressourcen beitragen, indem sie über begünstigende Faktoren und Lebensweisen, Arten der Verhütungsmethoden und Zyklusanalysen oder gesundheitsstärkende Maßnahmen berät.

Die Hebamme als Fachfrau für die physiologischen Abläufe in weiblichen Wechselphasen kann aufzeigen, wie diese Prozesse möglichst natürlich und sanft unterstützt werden können, ohne dabei die psychosoziale Komponente zu vernachlässigen.

Die Hebamme respektiert die Individualität der Frau und nimmt sie ernst. Sie möchte jede Frau darin bestärken, Zutrauen in ihre eigene Körperkompetenz zu haben. 

Sie begleitet Sie professionell vom positiven Schwangerschaftstest bis zum Geburtsbeginn.

  • Unterstützung und Beratung zu allen körperlichen und psychischen Aspekten: Beobachten, Erklären und Einordnen von Veränderungsprozessen

  • Information über Ernährung, Sport, gesunde Lebensweise, Sexualität und Partnerschaft,... in der Schwangerschaft

  • Unterstützung bei der Entscheidung bezüglich des geeigneten Geburtsortes

  • Vorsorgeuntersuchungen bei einer gesunden Schwangeren: Gewicht, Blutdruck, Urinwerte, Lage/Größe und Herztöne des Kindes (keine Risikoschwangerschaften und kein Ultraschall, dies wird beim Facharzt gemacht)

  • Ansprechpartnerin bei Schwangerschaftsbeschwerden und Vorwehen

  • Geburtsvorbereitung, Stillvorbereitung

  • je nach Zusatzqualifikation schwangerschaftserleichternde und geburtsvorbereitende Akupunktur

Sie unterstützt Sie bei der Geburt Ihres Kindes.

  • eigenständige Überwachung der physiologischen (normalen) Geburt im Kreißsaal, im Geburtshaus oder bei der Hausgeburt

  • Förderung der physiologischen Geburt und der Selbstbestimmtheit der Gebärenden

  • Stärken und Motivieren der Frau, dass sie ihr Kind aus eigener Kraft heraus gebären kann

  • Unterstützung und Begleitung der Gebärenden/des Paares in ihrer Geburtsarbeit

  • Hilfestellung bei der Entspannung zwischen den Wehen und der Atmung, beim Einnehmen von Geburtspositionen

  • je nach Zusatzqualifikation Unterstützung mithilfe Akupunktur, Homöopathie, Aromapflege (z.B. Schmerzreduktion, Wehenförderung)

  • Kontrolle von Wehentätigkeit, Geburtsfortschritt (durch vaginale Untersuchung) und Überwachen der Herztöne des Kindes

  • Schützen des Dammgewebes beim Durchtritt des kindlichen Köpfchens oder Steiß durch den Geburtskanal, Durchführung eines Dammschnittes bei Bedarf

  • Durchtrennen der Nabelschnur und Beurteilung des Gesundheitszustandes des Kindes

  • Sorgfältige Überwachung der Nachgeburtsperiode (Plazentageburt) und der ersten Stunden nach der Geburt

  • Unterstützung der ersten Stillversuche und beim Bonding

  • Erkennen der Anzeichen von Regelwidrigkeiten bei Mutter oder Kind, die eine ärztliche Rücksprache oder ein Eingreifen erforderlich machen

  • Unterstützung der Gebärenden während ärztlichen Eingriffen unter der Geburt

  • Ergreifen von notwendigen Maßnahmen in Notfällen und wenn kein Arzt anwesend ist

Sie kommt nach der Geburt zu Ihnen nach Hause und unterstützt Sie - mindestens ganze 8 Wochen lang.

MUTTER

  • Kontrolle der mütterlichen Rückbildungsprozesse 

  • Beobachtung des Heilungsverlaufes von Geburtsverletzungen, Nahtentfernung

  • Unterstützung beim Stillen oder Füttern des Babys

  • Hilfestellung bei Stillproblemen wie z.B. zu viel/wenig Milch, Anlegeprobleme, Milchstau, Brustdrüsenentzündung

  • Anleitung zur Rückbildung und Stärkung des Beckenbodens

KIND

  • Beobachtung von Anpassungsprozessen und Entwicklung des Babys

  • Untersuchung des Babys und Kontrolle von Gewichtszunahme, Haut (Beobachtung auf Anzeichen einer Neugeborenengelbsucht), Temperatur, Verdauung, Abheilen des Nabels

  • Verabreichung von Prophylaxen wie Vitamin K

  • Durchführung von empfohlenen Untersuchungen wie die Blutentnahme für das Stoffwechselscreening (PKU-Test)

ELTERN

  • Anleitung bei der Babypflege

  • Trageberatung

  • Beikostberatung

  • Ansprechpartnerin für alle Fragen bezüglich Umgang mit dem Baby, Bindungsförderung, Eltern-Sein/Paar-Sein, Beratung bei psychosozialen Schwierigkeiten/Anpassungsprozessen und Herausforderungen im Alltag mit Kind, Vermittlung in Krisensituationen, Begleitung von verwaisten Eltern

Durch das Erkennen früher Anzeichen können durch gezielte vorbeugende oder Gegenmaßnahmen Komplikationen im Wochenbett vermieden oder gemildert werden. Bei therapiebedürftigen Entwicklungen verweist die Hebamme, wenn nötig, an die entsprechenden Fachpersonen weiter.